Christina Martin führt den Hof in Scheib bei Kirchschlag im Bezirk Zwettl, auf rund neunhundert Metern. Der Hof ist seit 1850 in Familienhand; sie hat ihn 2005 von ihren Eltern Leopoldine und Fritz Stieger übernommen. Biologisch gewirtschaftet wird seit den frühen 1990er-Jahren.
Neunhundert Meter im Waldviertel sind eine harte Lage. Die Böden sind sauer und mager, das Klima kontinental, mit kurzer Vegetationszeit, Früh- und Spätfrösten und viel Wind. Ackerbau ist hier kaum irgendwo in Österreich schwieriger.
Roggen verträgt Frost und saure Böden besser als jedes andere Brotgetreide, und das Waldviertler Blondvieh gilt als Rasse für magere Böden. Beides steht auf dem Hof – sieben Blondvieh-Mutterkühe mit Nachzucht und Roggen auf den Feldern. „Uns ist der Erhalt und die Zucht dieser besonderen Rasse ein großes Anliegen“, sagt Christina Martin.
Der Roggen wird in der Hofmühle gemahlen und im direkt befeuerten Holzofen gebacken, mit Holz aus dem eigenen Wald. Im Brot stecken nur Roggenmehl, Wasser, Sauerteig, Natursalz, Anis und Fenchel – hundert Prozent Roggen, kein Weizenanteil. Daneben entstehen Kletzenbrot und Lebkuchen.
Der Betrieb ist biologisch zertifiziert und seit 1994 Mitglied bei BIO AUSTRIA.