Ulrike Huber ist Fischereimeisterin am Attersee und fischt von Seewalchen aus. Sie war Steuerberaterin mit drei Kanzleien, kam über ihren Mann zur Fischerei – er besitzt die Fischereirechte samt dem Recht auf Berufsfischerei – und hat die Kanzleien nach und nach verkauft.
Der Attersee ist ein eiszeitlicher Gletschersee, über 46 Quadratkilometer groß und bis 171 Meter tief, mit Trinkwasserqualität. Darin leben 26 heimische Fischarten.
Gearbeitet wird mit Netzen: abends legen, in der Früh einholen. Die Netze hängen in rund zwanzig Metern Tiefe, wo das Wasser vier Grad hat; die Maschenweite bestimmt, welche Art und welche Größe hängen bleibt. An einem guten Tag sind es bis zu zwanzig Kilo. Gefüttert wird nichts – die Fische leben von dem, was der See hergibt.
Gefangen werden Reinanke, Saibling, Seeforelle, Hecht, Barsch und Aal. Verarbeitet wird im eigenen Bootshaus: schuppen schon am Boot, putzen, filetieren, vakuumieren, räuchern.
Zur Fischerei gehört auch der Nachwuchs. „Wir haben eine Laich-Genehmigung und brüten im Winter Fischeier aus, die Brütlinge werden dann im See wieder ausgesetzt. Wir sehen das als Verpflichtung“, sagt Huber.