Georg Gilli führt die Mühle in Eggenburg im Bezirk Horn, dort wo das Waldviertel ins Weinviertel übergeht. Sein Urgroßvater hat sie gekauft; Georg ist die vierte Generation. Das Gebäude selbst ist rund 460 Jahre alt. Getreide wird hier nicht mehr gemahlen. Die Mühle presst Öl.
Eggenburg liegt am Rand des Granitplateaus der Böhmischen Masse, überzogen von einer Lössdecke. Das Klima ist trocken und warm, ein Übergang zwischen Wald- und Weinviertel. Auf solchen Böden wachsen Getreide und Ölsaaten.
Gepresst werden Lein, Leindotter, Hanf, Sonnenblume, Färberdistel, Traubenkerne und Kürbis – Letzterer ungeröstet, was ein helleres, milderes Öl ergibt als das steirische. Alle Saaten kommen von Biobauern im Umkreis von dreißig Kilometern. Kalt gepresst wird wöchentlich frisch, in kleinen Mengen; Öl verdirbt mit der Zeit, deshalb lohnt sich Vorrat nicht.
„Das Wichtigste sind natürlich die Saaten“, sagt Gilli. „Es war von Anfang an klar, dass ich nur mit österreichischen Bioprodukten arbeiten will.“
Im Rahmen unserer Ausflugsserie „Woher kommt mein Essen – Besuch bei Bauern und Produzenten“ haben wir die Mühle besichtigt. Georg Gilli hat uns durch den Betrieb geführt und erzählt, wie sein Vater und schon sein Großvater hier gearbeitet haben und was sich seither verändert hat – früher wurde alles mit Pferden herangebracht. Am Ende durften wir sämtliche Öle verkosten, auch solche, die man sonst nie in die Hand nimmt. Das war der interessanteste Teil.
Bei der Ab-Hof-Messe Wieselburg 2025 gab es dreimal Gold und den Titel Ölkaiser für das Leindotteröl.
Der Betrieb ist biologisch zertifiziert, Kontrollstelle AT-BIO-401.