Gut Ottenstein gehört der Windhag-Stipendienstiftung für Niederösterreich, die Graf Joachim von Windhag 1670 gegründet hat. Das Gut umfasst rund 3200 Hektar; die Teichwirtschaft leitet Bernhard Berger. Der Sitz ist Schloss Waldreichs bei Franzen in der Gemeinde Pölla, auf etwa 530 Metern.
Dass es im Waldviertel so viele Teiche gibt, liegt am Untergrund. Granit und Gneis lassen kaum Wasser durch, und die Landschaft hat weite, muldenförmige Täler. Wo Regenwasser in einer Mulde über undurchlässigem Fels steht, entsteht ein Teich – im Waldviertel heißen sie deshalb Himmelsteiche, weil sie allein vom Niederschlag gespeist werden. Rund 2200 davon gibt es, auf 1700 Hektar. Angelegt wurden viele schon im Mittelalter: Ein Urbar des Stifts Zwettl verzeichnet 1280 bereits Teiche.
Gut Ottenstein bewirtschaftet zwölf Teichanlagen auf siebzig Hektar. Gezogen werden Karpfen und Schleie, dazu Besatzfische. Gefüttert wird vorrangig mit dem, was im Teich selbst wächst; zugefüttert wird nur Bio-Futter und erst, wenn eine Bestandserhebung zeigt, dass die Naturnahrung nicht reicht.
Ein Karpfen braucht drei Sommer bis zur Speisefischgröße – im kühlen Waldviertler Wasser wächst er langsamer als in wärmeren Gegenden. Abgefischt wird im Herbst: Das Wasser wird abgelassen, die Fische mit dem Kescher entnommen.
Der Betrieb ist biologisch zertifiziert, Kontrollstelle AT-BIO-902.