Stefan Romstorfer führt gemeinsam mit seinem Bruder Roman den Hof in Raggendorf, Gemeinde Matzen-Raggendorf im Bezirk Gänserndorf. Er kommt aus IT und Marketing und nennt sich selbst einen „eher spät berufenen Landwirt“. Sein Vater stellte den Betrieb vor rund dreißig Jahren auf Bio um und gehörte damit zu den Marchfelder Pionieren.
Raggendorf liegt an der Grenze zwischen Weinviertler Hügelland und Marchfeld, auf knapp 190 Metern: tiefgründige Schwarzerde, sonnige Lage, pannonisches Klima. Und zunehmend trocken.
2017 legte Romstorfer ein Versuchsfeld mit Erdnüssen an – einer Pflanze, die Hitze und Wassermangel verträgt und als Leguminose zugleich Stickstoff aus der Luft bindet, sich also selbst düngt. Nach zwei Jahren war es ein Hektar, seit 2020 sind es rund zwanzig, gemeinsam mit Partnerbetrieben etwa fünfundzwanzig. Bewässert wird nicht.
Das ist der erste großflächige Bio-Erdnussanbau im deutschsprachigen Raum, samt eigener Verarbeitung. Gehackt wird mit einem KI-gestützten Gerät, das Unkraut von Kultur unterscheidet.
Daraus entstehen geröstete Erdnüsse in der Schale und geschält, mit und ohne Salz, Erdnussbutter cremig und stückig sowie Erdnussöl. Über die Zutatenliste sagt Romstorfer: „Sie beinhaltet nur Erdnüsse und ein bissl Salz. Kein Klumpat.“
2021 und 2022 wurde Neuland.bio von BIORAMA zum Bio-Produkt des Jahres gewählt. 2024 gewann Romstorfer den VIFZACK der Landwirtschaftskammer Niederösterreich in der Kategorie Biodiversität und Klimaanpassung.
Der Betrieb ist biologisch zertifiziert, Kontrollstelle AT-BIO-302, und Mitglied bei BIO AUSTRIA.