Gregor Neumeyer ist Wirtschaftsinformatiker und entwickelt hauptberuflich Apps für Banken und Versicherungen. Den Hof in Gerasdorf bei Wien, direkt an der nördlichen Stadtgrenze, hat er von seinem Vater Franz übernommen.
2015 entstand bei einem Bier mit Berufskollegen der Plan, im Marchfeld Reis anzubauen. Das erste Jahr ging daneben, die italienische Sorte funktionierte nicht. 2016 kam die erste echte Ernte.
Reis wächst hier trocken. Nassreis scheidet aus, weil die Böden das Wasser nicht halten. Stattdessen wird gesät wie Getreide, mit der Sämaschine, sobald der Boden rund fünfzehn Grad hat. Bewässert wird mit sonnengewärmtem Donauwasser aus dem Marchfeldkanal, etwa so viel wie für Gemüse. Geerntet wird im September mit dem Mähdrescher.
Das Unkraut wird von Hand entfernt, 200 bis 300 Stunden je Hektar. Der Ertrag liegt bei einem Drittel dessen, was Nassreis bringt: aus einem Hektar rund fünfhundert Kilo fertiger Reis.
Geschält und poliert wird am Hof, auf einer japanischen Reismühle. Siebzig Prozent des Saatguts vermehrt Neumeyer selbst.
Beim Nassreis lösen sich Arsenverbindungen aus dem Boden und wandern in die Pflanze, ein bekanntes Problem. Beim Trockenanbau tritt es nicht auf. „Wir sind der einzige ausgelobte arsenfreie Reis weltweit", sagt Neumeyer.
Inzwischen bauen zwanzig Betriebe auf rund hundert Hektar an.
Der Betrieb ist seit 2018 biologisch zertifiziert, Kontrollstelle AT-BIO-302, und Mitglied bei BIO AUSTRIA.